Aktuelles‎ > ‎

Politisch nichts mehr zu sagen?

veröffentlicht um 11.09.2017, 03:42 von Ulrich Seibert
Hi Leute!

Ich wurde darauf angesprochen, dass mein BLOG-Betrieb mit politischen Themen nahezu eingeschlafen sei. Ob mir denn ausgerechnet in der heißen Phase des Wahlkampfes nichts mehr einfallen würde?

Oh doch. Mir fällt jede Menge ein. Aber es ist mir zu unergiebig geworden, immer nur "kleine" Themen aus dem Zusammenhang herauszunehmen und zu diskutieren. Da kommt außer ein wenig Empörungsmanagement nicht wirklich viel dabei rum. Es kostet Herrn Schulz keine einzige Stimme, wenn ich an dieser Stelle seine verlogene Wahlstrategie entlarve. Abgesehen davon, dass ich gar kein Interesse habe, Herrn Schulz Stimmen abzujagen. Vernünftige soziale Gesellschaftspolitik ist ohne zumindest die SPD nicht mehrheitsfähig, eine Chance, die immerhin eines Tages besteht, jedenfalls wenn die SPD-Basis es irgendwann auf die Reihe bekommen sollte, den neoliberalen Seeheimer Kreis in seine Schranken zu verweisen.

Den BLOG werde ich - zumindest vorerst - noch nicht ad acta legen. Wahrscheinlich werde ich ihn in einigen Monaten wieder brauchen. Bis dahin arbeite ich an einem größeren politischen Werk, einem Buch über Neoliberalismus, in dem es auch um die Zusammenhänge all der Themen, die uns am Herzen liegen geht und um die Information, was genau dieser Neoliberalismus eigentlich ist. Selbst unter hochrangigen Politikern herrschen da durchaus ganz böse Missverständnisse. Somit rentiert sich mein BWL-Studium (samt VWL-Elementen) für diesen Lebensabschnitt doch noch ...

Dieses Buch hat gleich mehrere Antriebsquellen: Zum einen waren da diverse Vorträge, die ich über Neoliberalismus halten durfte, wo mir auch als Feedback gesagt wurde, dass es schön wäre, wenn man das auch alles noch einmal nachlesen könnte. Die zweite wesentliche Inspiration ist das Buch Reichtum ohne Gier von Sahra Wagenknecht. Insbesondere die Analyse, die sie dort zum Neoliberalismus anstellt, ist die beste, die mir bis dato untergekommen ist. Wenn diese sogar von einem CSU-Granden wie Peter Gauweiler gelobt wird, dann sollte sie auch für CSU-Jünger ungiftig sein. So gut wie die Analyse ausgefallen ist, so dürftig fand ich ihre Skizze zum Ausweg aus dem Dilemma. Ich bin der Ansicht, dass ihr Ansatz an den Realitäten in Deutschland und der EU vorbeigeht, dass ihre Vision langfristig vielleicht hilfreich sein mag, kurzfristig aber keinerlei Wegweiser für die Überwindung dieses unltrarechten Wirtschaftssystems bietet, von dem sogar der Papst sagt, dass es tötet.

Ich hoffe, dass meine eigenen Ideen da vielleicht ein wenig zielführender sein werden. Man wird sehen.
Comments