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Die Magie des Schreibens

veröffentlicht um 10.05.2013, 06:34 von Ulrich Seibert

Ein Buch ist beinahe etwas Magisches. Es kann Wissen vermitteln, dich mit auf eine Reise nehmen in weit entfernte Länder und Welten, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Es lässt dich in die Zukunft oder weit zurück in die Vergangenheit reisen und dich Abenteuer (mit)erleben, wie es sie in unserem Alltag nur selten gibt.

Ein Film kann das in gewisser Weise auch, insbesondere in einer Zeit, in der die Technik so weit fortgeschritten ist, dass man als Zuschauer Künstliches und Reales nicht mehr auseinanderzuhalten vermag. Aber das Medium Film hat Grenzen, die augenscheinlichste davon zuerst: Ein Abenteuer im Kino ist nach zwei Stunden vorbei. In einem Buch bist du im Durchschnitt gut zehnmal so lange involviert. Und ein Film vermag nur zu „zeigen“. Auch als Autor unterliegt man heute dem „Zwang“ der Verlage, aus einer Protagonisten-Perspektive nach dem Prinzip „show, don’t tell!“ zu schreiben, aber der Autor kann dem Leser darüber hinaus auch Gedanken vermitteln, Hoffnungen, Wünsche, Sehnsüchte, Gefühle, die dem Betrachter eines Films verborgen bleiben (müssen). Insofern ist ein gutes Buch einem guten Film noch immer bei Weitem überlegen, auch wenn es vereinzelt Ausnahmen gibt. Ein Buch ist und bleibt eben … beinahe etwas Magisches.

Wenn ein Buch ein Stück Magie ist, ist der Autor desselben der Magier, der sie gewirkt hat. Er ist der Schöpfer der Personen, er definiert gut und böse, er versetzt den Leser an Orte, die die Lufthansa noch in hundert Jahren nicht anfliegen können wird und in Zeiten, die H.G. Wells Zeitmaschine nie erreichen wird. Er erschafft ganze Welten, Galaxien gar mit allem, was darin kreucht und fleucht. Ist er nicht eine Art … Gott?

 Wird ein Gott eigentlich gut bezahlt?

Hmmm. Bin mir nicht einmal sicher, ob der Papst eine Antwort auf diese Frage kennt.

Ein Autor wird es jedenfalls nicht, es sei denn, es gelingt ihm, mehrfach die Bestsellerlisten zu erklimmen oder gar einen Klassiker zu verfassen. Warum versuchen sich dann so viele an dieser Tätigkeit?

Weil es trotz der finanziellen Unzulänglichkeit der schönste Beruf der Welt ist, vielleicht?

Außerdem, wofür braucht ein Gott Geld? Er kann sich immerhin alle vorstellbaren Reichtümer einfach erschaffen! Das ist Magie!

In diesem Sinne …

;-)

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